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10.07.2018

 von Kai Berkau

Interview mit Anett Witke von Address-Base: nach der DSGVO – korrekter Umgang mit Adressen

Interview mit Anett Witke von Address-Base: nach der DSGVO – korrekter Umgang mit Adressen

Deutschland bebt nach der Einführung der neuen DSGVO…. Firmen sind oftmals im Wust der neuen Verordnung orientierungslos, in Bezug auf den Umgang mit Adressen im B2B als auch im B2C Bereich. Was hat das für Auswirkungen auf Promotion Aktionen, wenn Leadgenerierung und Sammlung von Daten bei der direkten Ansprache der Zielgruppe im Fokus stehen.

Frau Witke, langjährige Marketing Spezialistin bei Address-Base, zeigt im folgenden Interview wunderbar auf, was jetzt noch möglich ist und vor allen Dingen, worauf Firmen insbesondere achten sollten im Umgang mit Adressmaterial.

1. Frau Witke, welche besondere Art von Dienstleistungen bieten Sie für Ihre Kunden an?

Firmen, die mit Direktmarketing Neukunden werben möchten, kommen zu uns. Wir sammeln Firmenadressen aus der DACH-Region und packen diese in ein Format, das einfach sortierbar und bequem weiterzuverarbeiten ist. Auf diese Weise ersparen wir unseren Kunden die mühevolle Eigenrecherche von passendem Adressmaterial ihrer Zielgruppe.
Unsere Kunden können sich im Online-Shop einfach selbst ein passendes Pauschalpaket bestellen oder sich von unseren Servicemitarbeitern ein individuelles Paket zusammenstellen lassen.

2. Und welche Möglichkeiten bietet der Einkauf von Adressen im B2B- und B2C-Bereich?

Wir sind und waren immer nur im Bereich Firmenadressen tätig. Privatadressen zu handeln, ist hinsichtlich notwendiger Einwilligungen aufwendig und schwierig legal realisierbar.
Mit dem Kauf von Firmenadressen erspart sich der Kunde Zeit und Geld. Der Zeitaufwand für die Eigenrecherche und Korrekturprozesse wäre extrem hoch. Adresshändler können Daten auf Grund der mehrfachen Verwendbarkeit im Verhältnis unschlagbar günstig anbieten. Die Qualität ist dank jahrelanger Erfahrung natürlich auch besser.

3. Können gesammelte Adress- und Lead-Daten grundsätzlich noch legal verwendet werden?

Über den Umgang mit gekauften Adressen nach der DSGVO haben wir in unserem Blog einen Artikel veröffentlicht.
Zusammengefasst muss man sagen, dass es das Listenprivileg in der DSGVO und im neuen Bundesdatenschutzgesetz nicht mehr gibt. Neue Schlupflöcher müssen noch den Praxistest vor Gericht bestehen.
Die DSGVO erlaubt z.B. im Paragraph 9 Absatz 2 e) die Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten, wenn diese vom Betroffenen veröffentlicht wurden. Aktuell gehen wir davon aus, dass weniger sensible Daten, die öffentlich zur Verfügung stehen, in dem Fall auch verarbeitet werden dürfen.

4. Was sollten Kunden im Hinblick auf die DSVGO für Direktmarketing-Maßnahmen beachten?

Im Grunde bringt die DSGVO für die Praxis im Direktmarketing nicht viele Veränderungen mit sich weil das auch weiterhin geltende Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb bereits zuvor strenge Regelungen für Werbeeinwilligungen bereitgehalten hat.
Neu ist im Prinzip nur, dass nun bereits die Speicherung von personenbezogenen Daten strenger geregelt ist. Genau genommen müsste dafür eine nachweisbare, transparente Einwilligung vorliegen. Das würde bei enger Auslegung das Aus für sämtliche Adresshändler und Portale wie die Gelben Seiten bedeuten, weil niemand in diesem Geschäft eine solche Einwilligung von Betroffenen für alle gespeicherten Daten nachweisen kann.

Letztlich beruht die Weiterführung des Geschäfts auf dem Erwägungsgrund 47, der Direktmarketing als berechtigtes Interesse von Unternehmen bezeichnet. Im Zuge der ebenfalls in der DSGVO vorgeschriebenen Interessenabwägung muss festgehalten werden, warum das eigene Interesse Werbung zu machen, die Interessen der Betroffenen überwiegt.

5. Ist das bei Firmenadressen auch so streng?

Juristische Personen sind nicht durch die DSGVO geschützt. Also eingetragene Vereine, AGs, GmbHs und ähnliche Unternehmensformen sind nicht betroffen. Der Großteil der deutschen Firmen sind aber Selbständige und Handwerker, die nicht als juristische Personen gelten. Hier sind vor allem Ansprechpartner personenbezogene Daten.
Für Firmenadressen, die nicht juristische Personen sind, existiert also kein Freifahrtschein, sondern nur die erwähnten Schlupflöcher.

6. Welche Besonderheiten gibt es diesbezüglich für Email- und Telefonmarketing?

Für Telefonmarketing benötigt man im B2C Bereich eine Werbeeinwilligung. Im B2B Bereich ist lediglich eine „mutmaßliche Einwilligung“ notwendig, wobei diese eigentlich nur vorliegt, wenn ein Unternehmen z.B. auf der Webseite explizit um Angebote bittet. In der Praxis wird im B2B Bereich viel telefonisch geworben. Wenn sich im Ernstfall jemand gestört fühlt, würde das werbende Unternehmen aber vor Gericht den Kürzeren ziehen.
Für E-Mail Marketing ist sowohl bei Privat- als auch bei Firmenadressen eine Werbeeinwilligung notwendig. Hier reagieren auch Unternehmer sehr sensibel.
Grundsätzlich gilt postalische Werbung als unproblematisch. Um rechtlich korrekt zu handeln, muss die Quelle der Adresse im Anschreiben erwähnt werden – hierfür genügt ein kurzer Hinweis in der Fußzeile.

7. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung im Adressmarketing ein?

Ich denke, dass erstmal vieles bleiben wird, wie es ist. Branchenriesen wie Schober und die Deutsche Post haben augenscheinlich keine Änderungen vorgenommen und verkaufen nach wie vor sogar Privatadressen. Sobald es erste Gerichtsurteile zu dem Thema gibt, wird man Genaueres sagen können. Da die DSGVO aber mit dem Fokus auf Unternehmen wie Facebook geschaffen wurde, wird aktuell nicht davon ausgegangen, dass Gerichtsurteile so ausfallen werden, dass der Zukauf von veröffentlichtem Adressmaterial illegal wird. Denn damit könnte praktisch nie wieder mit Direktmarketing Neukundenwerbung betrieben werden. Das würde Adresshändlern komplett die Grundlage entziehen und Branchen wie Werbeagenturen und Druckereien stark in Mitleidenschaft ziehen.

Über die Autorin:

Adress Base Anett Witke Promotion Agentur PRO-VOGUE

Anett Witke arbeitet für die Address-Base GmbH &Co. KG. Das Unternehmen gehört in Deutschland zu den Marktführern im Bereich Firmenadressen. Kunden können selbständig im Online-Shop, unter https://www.address-base.de, günstige Pauschalpakete ganzer Branchen kaufen oder sich individuell beraten lassen. Auch zum Thema DSGVO geben die geschulten Service Mitarbeiter ausführlich Auskunft.

Sie möchten Leads und Neukunden für Ihr Produkt oder Ihr Angebot gewinnen? Sie planen eine Promotion-Aktion mit Adress-Sammlung? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir beraten Sie ausführlich, welche Möglichkeiten für Ihr Unternehmen bestehen.